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Die  Kunstlege Hohenegg   
 

hat Geschichte:
Den Bergbauernhof gibt es schon seit dem 18. Jahhrhundert, früher vermutlich in grundherrschaftlichem, evtl. klösterlichem Besitz. Heute ist er ein Zeugnis damaliger Wohnkultur und steht wegen seiner Stattlichkeit und außerordentlich reichen Gestaltung mit Täferwerk, Schnitzereien und komplett erhaltenen historischen Fenstern des Erdgeschoss-Wohnteils sowie der Außenverschindelung unter Denkmalschutz.
 
Der nachfolgende historische Grundriss stammt aus dem Bayerischen Staatsarchiv.

Die jetzigen Besitzer bezogen das Anwesen im Jahr 2005 und führten die notwendigen Grundsanierungen durch. Für die Ausstellung wurde 2007 zunächst die ehemalige Heulege ausgebaut:


 

 

 

 

 

Die Pferdestallung sowie Teile von Futtertenne und Rinderstallung kamen 2008 als Ausstellungsräume hinzu. Beispiel Nordzimmer:


 

 

 

 

 

ehemalige Futtertenne, heutige "Kiste":


 

Sanierung des Vorplatzes:


 

Fotos der Vernissage 2008
Fotos der Vernissage 2007
Fotos der Kunstlege
 
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Und wie kam es überhaupt dazu? -
- Die Geschichte der Kunstlege beginnt in der Karibik:
 
... was macht ein gelernter Physiker, unterwegs mit Segelyacht, ohne Termindruck des nahen Urlaubsendes, wenn er nach 35000 gesegelten Meilen einige Monate in ruhiger, sicherer Bucht einer Insel der Westkaribik mit seinem Schiff vor Anker liegt und sonst nichts Wichtiges zu tun hat? - Er denkt über sich, über Seinesgleichen, über Götter und die Welten nach. Er sucht nach neuen Antworten auf alte Fragen. Er glaubt, nach einiger Zeit der Kontemplation, etwas Relevantes gefunden zu haben, was sich lohnt, anderen weiter zu erzählen. Er beginnt, den Dorntorus, seine Entdeckung, zu beschreiben ...
 
Problem: die Dinge sind recht abstrakt, sie lassen sich nicht mit einfachen Worten erklären. Die Mathematik dazu ist zwar einfach, aber dennoch verstehen sie nicht so viele. Also macht er sich daran, Bilder zu zeichnen, die seine Erklärungen untermalen sollen. Er schreibt ein Computerprogramm zum genaueren und schnelleren Zeichnen. Rasch werden die Bilder komplexer. Er braucht nun Erklärungen, die seine Bilder beschreiben, braucht neue Bilder, die neuen Erklärungen zu verdeutlichen. Schnell steigt die Zahl der Bilder zum besseren Verstehen der Texte aber leider auch der Umfang der Texte zum Beschreiben der Bilder. Und schließlich, wieder auf See, Hurrikan Mitch hat zum Verlassen des Ortes gezwungen, sieht er ein, dass die Götter und Welten ihre Geheimnisse doch nicht, auch nicht mit Computers Hilfe, so einfach jedermann offenbaren wollen.
 
Aber die Bilder sind jetzt da, der Physiker findet sie schön. Und sein Computerprogramm ist geschrieben. Er denkt über Schönheit nach, über Harmonie und Ästhetik der reinen Mathematik. Er erweitert sein Programm zum Zeichnen ästhetischer Bilder, entwickelt eine Rechenvorschrift, einen Algorithmus, und daraus einen digitalen Grafik-Synthesizer zum Erstellen „schöner Bilder”. Zurück von der Reise, nach vielen Jahren, und jetzt mit neuen Geräten, entstehen sehr viele digitale Bilder, mathematische Grafiken. Mathematische Kunst? Da kennt der Physiker sich doch nicht ausreichend aus. Er nimmt Kontakt auf zu Künstlern, und einer von denen ist auch Drucker, der nun seinen virtuellen digitalen Bildern Realität verleiht. Er freut sich daran, sie füllen, gestapelt, ein halbes Zimmer. Aber was macht man damit? Vielleicht irgendwann mal eine Aussstellung?
 
Eine Ausstellung! Klar! Aber wo? Wer stellt schon digital gedruckte Bilder aus? Und wer weiß überhaupt, was digitale Kunst bedeutet? Es gibt zwar - verborgen auf den Rechnern der Künstler und verteilt in der Weite des world wide web - so viele exzellente Bilder virtuoser digitaler Künstler, aber nur wenige wissen davon. Das müssen wir ändern, denkt sich der Physiker, und so denkt auch sein Drucker, mittlerweile Freund, bei dem sich auch die schönen Bilder stapeln. Der Ort für eine Präsentation zunächst der eigenen Bilder ist schnell gefunden: im eigenen Haus, in Bayern, an schönem Ort im Allgäu, in der angebauten Scheune, auf altem Plan als „Heulege” bezeichnet, ist Platz genug. Die Idee ist geboren: Digitale Kunst in der alten Heulege. Die „Kunstlege”, das Wort, beim ersten Mal noch Versprecher, bekommt Flügel, wird schnell Realität. Am 1. September 2007 wird sie eröffnet, mit Bildern von Susanne Jänicke, Jürgen Willersinn (dem Künstler und Drucker) und dem Physiker. Und der bin ich - Wolfgang Däumler
 
 
 
 
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